Kentsch legt vor, Dammeier kontert
Gestern morgen überrascht das Westfalenblatt mit einem Interview mit Roland Kentsch. Obwohl es mich nicht überrascht, dass sich der von vielen geschmähte und von vielen als Alibi genutzte Ex-Finanzgeschäftsführer öffentlich äußert. An der Zeit ist es auf jeden Fall. Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten: Detlev Dammeier, Andreas Mamerow, Kentschs Nachfolger und Wilfried Lütkemeier kontern. Ob es mehr Licht ins Dunkle bringt, bleibt abzuwarten.
Union Berlin vermarktet erfolgreich Stadionanteile im Wert von über 2 Millionen Euro
Wieder einmal ist der kleine Club aus der Hauptstadt meiner Arminia voraus. Nicht nur, dass die Eisernen eine Liga höher aktiv sind. Union hat bei den Mitgliedern die Zehntausender-Marke erreicht und hat erfolgreich Anteile an seiner Stadionbetriebsgesellschaft, die bei den Berlinern in Form einer Aktiengesellschaft gegründet wurde, vermarktet.
Insgesamt 4.141 Personen und Unternehmen erwarben 5.473 Anteilsscheine zum Nennwert von 500 Euro und generierten so insgesamt 2.736.500 Euro. Zugelassen waren ausschließlich Mitglieder und Sponsoren. Damit liegen 43,88 % des Stammkapitals der AG im Streubesitz. Größter Einzelaktionär ist der 1. FC Union Berlin mit einem Anteil von 32,14 %.
Ausverkauf, die Letzte!
Wer mich ein wenig während meiner Amtszeit als Verwaltungsratsvorsitzender beobachtet hat, dem ist sicher aufgefallen, dass ich den Sponsoren, allen voran Gerhard Weber und der Schüco KG immer positiv und offen gegenüber stand. Für viele war ich sogar oft zu nah dran an den Sponsoren. Auch meine, schon fast freundschaftliche Zusammenarbeit mit Ralf Schnitzmeier war immer wieder Ziel von konstruktiver aber auch polemischer Kritik aus meinem privaten Umfeld aber auch aus den Reihen der Mitglieder des DSC. Für mich war diese Kritik durchaus verständlich und ich habe oft versucht, meine Beweggründe mal mit Erfolg und mal mit Misserfolg zu erläutern. Nach dem gestrigen Abend wundere ich mich ein wenig. Die, die am lautesten schrien, betreiben diese Sponsorennähe ein wenig exzessiver.
Die gestrige Jahreshauptversammlung, an der gerade einmal 162 Mitglieder teilnahmen, lief wie ein Länderspiel. In seiner Eröffnungsrede versuchte Präsident Zillies mit viel Humor den richtigen Ton zu finden. Er stellte Vergleiche zwischen Zahnärzten und dem Patienten Arminia an und schwadronierte darüber, dass er und sein Präsidium erst einmal Ordnung in das System Arminia bringen mussten. Immerhin sei ihm das gelungen. Vorher, das schwang in seiner Rede durchaus mit, regierten also Chaos und Inkompetenz.
Union Berlin macht’s vor
Die Berliner Morgenpost berichtete am 7. November, Union Berlin verkaufe sein Stadion an seine Fans und findet die Idee “ziemlich pfiffig”. Während der 1. FC Union Berlin also seine Mitglieder und Sponsoren – und nur die dürfen Aktien kaufen – mit einbindet, um ein bundesligataugliches Stadion zu bauen, ist man bei unserer Arminia schon soweit. Zumindest, was das Stadion angeht. Die Alm ist absolut bundesligatauglich. Doch mir fallen, mit einem leichten Schmunzeln, durchaus einige Parallelen zu der einen oder anderen Idee auf, die wir vor und während unserer Amtszeit immer wieder in die Gremien gebracht haben. Nein, es sind nicht einige Parallelen, es ist im Prinzip die gleiche Idee.
Reaktionen
Wow, mein Telefon steht kaum still und mein eMailpostfach quillt über. Wüste Beschimpfungen, nette Kommentare und polemischen Schwachsinn muss ich mir anhören und lesen.
Man könnte fast meinen, meine kleine Ankündigung macht den einen oder anderen ein wenig nervös.
Aber statt konstruktive Kritik zu üben, wird über meinen literarischen Stil geschimpft und mir vorgeworfen, ich wolle schmutzige Wäsche waschen. Basis dafür ist das erste Kapitel. Aha.
Beweggründe
Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass mein Blog so hohe Wellen schlägt. Eine Diskussion im Forum dsc4ever.de ist nur wenige Stunden nach dem Liveschalten meiner Website entbrannt und auch das Westfalenblatt hat ein Interview mit mir geführt.
Da es neben einigen ermunternden Kommentaren auch sehr viel Kritik gab und gibt, möchte ich die Gelegenheit nutzen und die Beweggründe für meinen Entschluss, das Schreiben zu beginnen, darlegen.
Gibt es einen kommerziellen Hintergrund?
Es gibt weder einen Verlag noch einen Auftraggeber für Willkommen im Club. Und daran wird sich vermutlich auch nichts ändern. Ich schreibe in erster Linie für mich und diejenigen, die meine Geschichte interessiert. Sollte es jedoch tatsächlich jemanden geben, der das Buch in Druck geben möchte, dann werde ich selbstverständlich nicht nein sagen. Aber selbst damit würde sicherlich keinerlei Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag entstehen, das man als kommerziell bezeichnen kann.
Geht es um Reinwaschen der eigenen Tätigkeit?
Nein. Es geht um die Geschichte als solche. Ich habe während meiner Tätigkeit bei Arminia Fehler gemacht, die ich heute nicht noch einmal machen würde. Aber es geht natürlich auch um Dinge, die ich oder besser der Verwaltungsrat nicht durchsetzen konnte. Und damit geht es auch um meine Vision einer Arminia, die in der Zukunft wieder unabhängig ist.
Selbstreflexion trifft es wohl am besten.
Überraschungssieg
Ich schnelle hoch wie ein Klappmesser als ich meinen Namen höre. Wieviele Stimmen ich bekommen habe, kann ich nicht hören. Die Stimme von Versammlungsleiter Michael Vesper geht im Gejohle der Menge unter und ich bin einen Moment wie in Trance. Ich drehe mich zu meinen Leuten um und balle die Faust. Unfassbar, ich bin gewählt. Dass Olaf Köster den fünften und damit letzten Platz im Verwaltungsrat erobert hat, nehme ich erst Sekunden später wahr. Sekunden, die mir wie eine Ewigkeit vorkommen.
Willkommen im Club
Eigentlich könnte ich ja meine Klappe halten. Aber das Jahr zwischen Oktober 2010 und Oktober 2011 war das wohl aufregenste und spannenste Jahr seit ich denken kann. Ich war plötzlich im Verwaltungs- und Aufsichtsrat eines Profifußballvereins. Oder das, was davon übrig geblieben ist.
Arminia ist für mich ein Stück alte Heimat und ich habe mich sehr gern engagiert, bin zigtausend Kilometer gefahren und habe an unzähligen Sitzungen teilgenommen. Ich habe außerdem eine Menge interessanter Leute kennen und schätzen gelernt.
Aus diesen Gründen habe ich mich entschlossen, meine Erlebnisse schriftlich festzuhalten. Wie schon bei Facebook angekündigt, schreibe ich gerade an einem Buch. Der Titel: Willkommen im Club. Ich werde hier einige Auszüge veröffentlichen. Ob ich es jemals in Druck geben werde oder nicht, steht noch nicht fest.
Alles weitere Findet Ihr in der Kategorie Willkommen im Club.
Der Blog ist tot, es lebe der Blog
Seit über einem Jahr habe ich nichts mehr gebloggt. Für mich ein Anlass, den alten Blog sterben zu lassen und einen neuen zu beginnen. Es ist ja auch eine Menge passiert, zwischen Oktober 2010 und heute.
Lasst Euch einfach überraschen. Ich werde sicherlich viel Unsinniges aber auch viel Interessantes schreiben. Und ja, auch Arminia spielt dabei eine Rolle. Irgendwie muss man diese Geschichte ja verarbeiten.
Viel Spaß im neuen Blog!




